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Die Mehrheit soll für die Verbrechen anderer zahlen – mit ihren Daten

Themen in diesem Beitrag:

  • Regulierte Verschlüsselung (Zugriff durch den Staat gefordert)
  • Apple will die Cloud Daten seiner Nutzer durchsuchen

Neue Gesetze sollen dem Staat ohne richterlichen Beschluss erlauben, Zugangsdaten und Passwörter von den Providern zu erhalten, um dann z.B. den gesamten Emailverkehr lesen zu können (Beitrag folgt).
Big Tech ist vorneweg mit dabei. Apple kündigte vor kurzem an, alle in der Cloud gespeicherten Daten auf kriminelle (kinderpornografische) Inhalte durchsuchen zu wollen.
Es sind nur noch winzige Schritte bis zur totalen Überwachung. Die letzte Möglichkeit der privaten digitalen Kommunikation soll nun nach dem Willen u.a. der EUROPOL Chefin auch fallen: Verschlüsselung soll nur noch erlaubt sein, wenn der Staat sie lesen kann.
Immer sind es ehrenwerte Ziele, die man für sich nicht ablehnen kann, die dann zur Forderung der Aufgabe der Privatsphäre aller dienen sollen. 99.xx % sollen in ihren Grundrechten beschnitten werden, um 0.xx % schwarze Schafe zu überführen. Angemessen, verhältnismäßig?


Regulierte Verschlüsselung – Schutz, nur nicht vor dem Staat?

Die EUROPOL Direktorin Catherine De Bolle und Bezirksstaatsanwalt von New York County, New York, Cyrus R. Vance, Jr. plädieren in einem auf Politico veröffentlichen Beitrag für eine regulierte Verschlüsselung. Sie sind zu dem Schluss gekommen, dass das einzige problematischste Hindernis dafür auf einer unregulierten Verschlüsselung beruht. „Jeden Tag sehen wir Kriminelle, die Verschlüsselung verwenden, um ihre Verbrechen zu erleichtern.“ sagen sie. Die Argumente erscheinen logisch und erstrebenswert. Auch der Wunsch nach einer Balance zwischen Privatsphäre und Überwachung scheint lobenswert. Doch das Argument ist ähnlich wie das Verbot von Messern, die jeden Tag zum Morden, aber eben auch von der großen Mehrheit einfach nur beim Essen verwendet werden.

Aus unserer Sicht stellt die Möglichkeit der Verschlüsselung von Daten in der heutigen digitalen Welt den Großteil der Privatsphäre von uns Menschen dar, die eben in der Masse keine Kriminellen sind. Wir sind nahezu gezwungen, am digitalen Leben teilzunehmen. Wir alle werden Opfer von einer jederzeit möglichen kompletten Überwachung, die nicht selten nur einen weiteren Gesetzentwurf entfernt ist.

https://www.politico.eu/article/the-last-refuge-of-the-criminal-encrypted-smartphones-data-privacy/

Der ehrenwerte Zweck ist einen Schritt vom Missbrauch entfernt

Apple plant Vorreiter in der Durchsuchung privater Daten, die die Benutzer deren Cloud anvertraut haben, zu werden. Mit dem ehrenwerten Ziel, die absolut verabscheuungswürdigen Kinderpornografischen Inhalte zu identifizieren, werden allerdings die Daten und Fotos aller Nutzer gescannt. Gerade Apple-Geräte und deren Cloud werden häufig im privaten Bereich eingesetzt. Dabei kann man sich vorstellen, welche absolut privaten Texte und Bilder in der Cloud schlummern, die Apple nun gnadenlos durchsuchen will.

Immer werden Ziele vorangestellt, die man kaum ablehnen kann. Was ist schon meine vergleichsweise harmlose Privatsphäre gegenüber den verabscheuungswerten Verbrechen, die es aufzuklären gilt. Das muss jeder für sich selbst entscheiden.

Unabhängig davon, ob Apple trotz Protesten an diesem Plan festhält. Ich habe nichts zu verbergen – Trotzdem gebe ich nicht jedem mein Passwort, um meine Daten einzusehen.

Unsere Apple Geräte sind in den Schrank gewandert und wurden umgehend ersetzt. Wir tauschen gern den Komfort gegen Sicherheit. Die meisten werden es nicht tun. Daher bleibt es abzuwarten, was die Zukunft bringt, wenn private Gespräche und Bilder auch in anderen Kanälen ausgewertet werden.

https://www.heise.de/news/Apple-Buergerrechtler-beklagen-Verschluesselungsbruch-mit-Backdoor-6157890.html

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